Blendung und UGR richtig einordnen
Eine UGR-Angabe ist erst mit Raum, Blickrichtung und Einbausituation aussagekräftig.
Eine helle Leuchte kann unangenehm blenden, auch wenn die Beleuchtungsstärke passt. Das UGR-Verfahren bewertet die psychologische Direktblendung unter definierten Raumbedingungen. Raumabmessungen, Reflexionsgrade, Montagehöhe und Blickrichtung beeinflussen die Bewertung.
Eine Angabe wie „UGR < 19“ ist daher kein universelles Versprechen für jeden Einbauort. Für die Planung werden die UGR-Tabellen und lichttechnischen Datensätze mit den tatsächlichen Bedingungen abgeglichen. Reflexe auf Bildschirmen oder glänzenden Werkstücken müssen zusätzlich durch Anordnung und Lichtverteilung begrenzt werden.
Neben dem Produktdatenblatt ist die Anordnung der Arbeitsplätze wichtig. Eine neue Leuchte an der bisherigen Stelle kann die Blendung anders beeinflussen als ihr Vorgänger, weil sich die leuchtende Fläche und Lichtverteilung unterscheiden. Gerade bei Bildschirmarbeit oder glänzenden Werkstücken sollte die Beurteilung aus den tatsächlichen Blickrichtungen erfolgen. Eine Bemusterung kann den visuellen Eindruck ergänzend zeigen; sie ersetzt jedoch nicht die erforderliche planerische Bewertung.
Das sollten Sie für Ihr Projekt klären
- Blickrichtungen und Bildschirmpositionen in den Plan aufnehmen.
- UGR-Tabelle und photometrische Leuchtendaten anfordern.
- Direktblendung und störende Reflexionen getrennt beurteilen.
Gut zu wissen: Blendschutz gemeinsam mit Position, Blickrichtung und Oberflächen planen.