Human Centric Lighting: Tageslicht, Nutzung und Menschen zusammen denken
Warum menschenbezogene Lichtplanung mehr bedeutet als wechselnde Farbtemperaturen.
Human Centric Lighting betrachtet neben dem Sehen auch die emotionalen und nichtvisuellen Wirkungen des Lichts. Ein solches Konzept beginnt mit den Menschen im Raum: ihren Tätigkeiten, Aufenthaltszeiten, Tagesabläufen und Möglichkeiten, das Licht selbst anzupassen. Tageslicht ist dabei ein wichtiger Bestandteil.
Eine veränderbare Farbtemperatur allein macht noch kein vollständiges HCL-Konzept. Lichtmenge, Spektrum, räumliche Verteilung und zeitlicher Verlauf wirken zusammen. Gleichzeitig müssen klassische Anforderungen wie ausreichende Beleuchtung, Blendungsbegrenzung und gute Farbwiedergabe erfüllt bleiben. Die Planung sollte deshalb nicht nur auf einen möglichst eindrucksvollen automatischen Farbwechsel zielen.
Im Betrieb sind verständliche Szenen, individuelle Bedienmöglichkeiten und eine passende Inbetriebnahme wichtig. Besonders bei Schichtarbeit ist eine differenzierte Betrachtung der Arbeits- und Ruhezeiten erforderlich. Allgemeine Versprechen zu Gesundheit oder Produktivität lassen sich aus einer bestimmten Kelvin-Einstellung nicht ableiten. Eine gute Lösung wird an der konkreten Nutzung entwickelt und anschließend mit den Nutzern überprüft.
Das sollten Sie für Ihr Projekt klären
- Aufenthaltszeiten, Tätigkeiten und Tageslichtsituation aufnehmen.
- Visuelle Qualität und nichtvisuelle Ziele getrennt benennen.
- Bedienung und Zeitprogramme gemeinsam mit den Nutzern abstimmen.
Gut zu wissen: HCL ist eine Planungsaufgabe und kein einzelnes Produktmerkmal.